Nächster Lesekreis Psychoanalyse am 4.1.2017, Kapitel 10+11+12+13

Beim heutigen Treffen hatten wir die Kapitel 7+8+9 diskutiert, hier eine kurze Zusammenfassung:

Im Kapitel 7 („Manifester Trauminhalt und latente Traumgedanken“) führte Freud erstmals die „Nomenklatur“ bewusst/unbewusst ein, ferner die Differenzierung zwischen „manifestem Trauminhalt“ (was geträumt wird) und „latenten Traumgedanken“, die hinter dem Traum stehen, sein „Sinn“ sind und erst durch Analyse geklärt werden müssen. Im Traum werden die latenten Traumgedanken, der eigentliche Inhalt des Traums, umgearbeitet zum manifesten Trauminhalt, in dem die latenten Traumgedanken nur verzerrt, zusammengezogen, als Anspielung oder auch gar nicht vorkommen. Ein zentrales Thema in diesem Kapitel ist der Begriff des Widerstands, der sich darin zeigt, dass der Träumer/die Träumerin einwendet, dass seine/ihre geäußerten Gedanken „mit der Sache gar nichts zu tun haben“ und sich der sich der Deutung des Traumes widersetzt:

Man versteht, die Arbeit der Traumdeutung vollzieht sich gegen einen Widerstand, der ihr entgegengesetzt wird und dessen Äußerungen jene kritischen Einwendungen sind. Dieser Widerstand ist unabhängig von der theoretischen Überzeugung des Träumers. Ja, man lernt noch mehr. Man macht die Erfahrung, daß eine solche kritische Einwendung niemals recht behält. Im Gegenteile, die Einfälle, die man so unterdrücken möchte, erweisen sich ausnahmslos als die wichtigsten, für das Auffinden des Unbewußten entscheidenden. Es ist geradezu eine Auszeichnung, wenn ein Einfall von einer solchen Einwendung begleitet wird.

In Kapitel 8 („Kinderträume“) zeigt Freud, dass die Träume von Kindern (bis ca. 7 Jahre) im Gegensatz zu den Träumen Jugendlicher und Erwachsener ohne Verzerrung des Inhalts direkte „Wunscherfüllungen“ darstellen. Das Kind träumt, dass sein vom Vortag übrig gebliebener Wunsch in Erfüllung gehen würde. Freud zeigt, dass der Traum, ähnlich wie die Fehlleistung, eine Kompromissbildung zwischen einer störenden und einer gestörten Tendenz sind: die gestörte Tendenz ist der Wunsch nach Schlaf, die störende Tendenz die seelische Beschäftigung mit dem nichterfüllten Wunsch. Der Traum ist der Kompromiss: der Schlaf kann fortgesetzt werden, der Wunsch geht im Traum in Erfüllung. Die Träume Erwachsener unterscheiden sich darin von denen der Kinder, dass hier die Wünsche nicht mehr direkt in Erfüllung gehen, z.T. gar nicht oder nur verzerrt vorkommen, wie Freud anhand einiger Beispiele darlegt.

Kapitel 9 („Die Traumzensur“) widmet sich dann der Frage nach dem Inhalt der Traumarbeit: was genau geschieht in der Umarbeitung der latenten Traumgedanken zum manifesten Trauminhalt? — Eine solche Umarbeitung ist die Traumzensur: diese „beseitigt“ alle anstößigen Inhalte und lässt Leerstellen im Traum (wi in dem sehr anschaulichen Beispieltraum am Eingang des Kapitels) oder ersetzt die anstößigen Inhalte — z.B. gesellschaftlich nicht akzeptierte sexuelle Wünsche — durch andere.

Und so geht es weiter:

  • Wir haben uns geeinigt, dass nächsten Mittwoch kein Treffen stattfindet.
  • Das nächste Treffen ist dann am Mittwoch, 4. Januar, wieder 18:30 im Schumann-Bau 216b
  • Wir haben uns etwas mehr zum Lesen bis dahin vorgenommen, nämlich Kapitel 10+11+12+13 (ca. 60 Seiten).
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