Nächstes Treffen: Mi, 25.1., Vorlesungen 17+18+19, gute Möglichkeit zum Wiedereinstieg

Letzten Mittwoch haben wir die „Unsicherheiten und Kritiken“ zur Traumdeutung (Kap. 15) und die „Psychoanalyse und Psychiatrie“ (Kap. 16) zusammengefasst und diskutiert.

Kapitel 15 listet vier Einwände gegen die psychoanalytische Traumdeutung:
1. Die Traumdeutung wäre uneindeutig, und daher beliebig. Freud antwortet darauf, dass sich immer wieder zeigt, dass sie zu eindeutigen Ergebnissen führt.
2. Die Ergebnisse der Traumdeutung würden zeigen, dass die Träume an den Haaren herbeigezogenen, irrwitzigen Verknüpfungen bestehen. (Das ist tatsächlich der Fall, so ist eben der Traum.)
3. Kritik an der Traumdeutung von anderen Psychoanalytikern. (Kurze Kritik ihrer Positionen.)
4. Es scheint, als ob die PatientInnen nach einer Weile so träumen, wie es den „Lieblingstheorien ihrer Ärzte“ entspricht. (Das stimmt zum Teil, aber: „Man kann oftmals den Träumer beeinflussen, worüber er träumen soll, nie aber darauf einwirken, was er träumen soll.)

In Kapitel 16 liefert Freud nochmal eine kurze Kritik an der Psychiatrie, die die PatientInnen zwar nach ihren Symptomen einordnete, aber niemals ihnen genauer zuhörte, und daher nie den Sinn der Symptome verstehen konnte. Längere Diskussion hierbei um die Frage, ob bei der Auflösung der Fallgeschichte der ihrem Ehegatten Untreue vorwerfenden Frau nicht eine genauere Untersuchung notwendig gewesen wäre, ob man hier nicht einen gerechtfertigten Grund ausschließen könnte.

Beim nächsten Mal geht es weiter mit den Neurosen, eigentlich dem Kernthema der Psychoanalyse, an dem sie ihren Ausgangspunkt nahm und, so Freud, ihre größten Erfolge zeigen konnte:
Kapitel 17 — Der Sinn der Symptome
Kapitel 18 — Die Fixierung an das Trauma, das Unbewusste
Kapitel 19 — Widerstand und Verdrängung

PS: Falls jemand die letzten Male nicht da war, wäre nächste Woche ein guter Zeitpunkt zum Wiedereinstieg. Die Sache mit den Träumen kann man später nachlesen, die Neurosen ziehen sich jetzt bis zum Ende der „Vorlesungen“, und hier werden tatsächlich die zentralen Begriffe der Freudschen Theorie entwickelt.

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