Nächstes Treffen: Mi, 22.2., Kapitel 24+25

Heute hatten wir das Kapitel 23 (Die Wege der Symptombildung) besprochen. Hierin gab es eine Rekapitulation der Symptombildung (aus dem Konflikt zwischen Ich und Libido), dann aber einige Neuheiten, insbesondere den Hinweis, dass die Kindheitserlebnisse (Kastrationsdrohung; Entdeckung des elterlichen Geschlechtsverkehrs; „Verführung“ durch erwachsene Person), die die Neurotiker als Grund für ihre Neurose angeben, nicht immer wahr sein müssen; was nicht heißt, so Freud, dass sie immer falsch wären, aber eben auch nicht immer wahr. Phantasie und Realität lassen sich allerdings analytisch — und das ist wichtig — auseinanderhalten, z.B. wenn die Schilderung der Kindheitserlebnisse Aspekte einschließt, die erst späterem Erleben angehören (Freud nennt z.B. Schilderungen des elterlichen Geschlechtsverkehrs, die viel zu detailliert sind, um der kindlichen Erfahrung zu entsprechen).

Eine Diskussion drehte sich um die Frage der „Urphantasien“, mit denen Freud erklärt, dass bestimmte Rückprojektionen immer wieder auftauchen. Hier waren sich alle einig, dass wahrscheinlich gesellschaftliche Verhältnisse hinter dem, was Freud als „ererbte Erlebnisse“ bezeichnet, stehen.

Beim nächsten Mal werden wir die beiden Kapitel lesen + diskutieren:
  • 24: Die gemeine Nervosität
  • 25: Die Angst
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